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Entstehungsgeschichte der

AG Jüdische Geschichte in Gelsenkirchen am Beispiel der Bochumer Straße

Im Deutschunterricht der 7. Klasse wurde die Lektüre Und im Fenster der Himmel von Johanna Reiff gelesen. In dieser Geschichte geht es um ein  jüdisches Mädchen, das sich an der niederländischen Grenze während der NS- Zeit versteckt.

Im GL-Unterricht wurde am 9. November über die Reichskristallnacht von 1938 gesprochen und es wurden Bilder vom Konzentrationslager Ausschwitz gezeigt. Die Klasse besuchte die Dokumentationsstätte: Gelsenkirchen im Nationalsozialismus an der Cranger Straße 323 in Gelsenkirchen-Erle. In der Gedenkstätte wurden die Schüler/innen auf eine Liste aufmerksam, auf der die Namen von deportierten Juden standen, die auf der Bochumer Straße gewohnt hatten.

Die Deutschlehrerin brachte einen Zeitungsartikel über Stolpersteine in  Duisburg mit. Die Klasse wollte ebenfalls solche Stolpersteine, auf denen die jüdischen Namen stehen, installieren. Die Klassenlehrerin hat zur Dokumentationsstätte geschrieben und das Anliegen der Klasse mitgeteilt. Frau Klein vom Institut für Stadtgeschichte hat  dann mitgeteilt, dass die Stadt Gelsenkirchen keine Stolpersteine, sondern Gedenktafeln errichten möchte.

In der SV vom damaligen 8.Jg. hat Frau Klein die Idee der Gedenktafel vorgestellt. Die SV hat von ihrem Müllentsorgungsgeld 80€ gespendet. Auf einer Lehrerkonferenz haben die Lehrer/innen den Rest von 220€ gesammelt. Jetzt konnte für den 9. Jahrgang eine AG angemeldet werden und die Schüler konnten sich auf die Spurensuche nach jüdischem Leben in der Bochumer Straße begeben. Die Informationssuche hat im Institut für Stadtgeschichte im Wissenschaftspark mit Hilfe von Frau Klein und Herrn Prof. Dr. Goch stattgefunden.

In den Herbstferien 2006 besuchte die AG die ehemaligen Zwangsarbeiter aus der Ukraine, die von der Stadt Gelsenkirchen eingeladen waren.

Am 09. November 2006 wurden die Arbeitsergebnisse in der Schule dokumentiert.

Die AG nahm am Schweigemarsch zum Jüdischen Friedhof in Ückendorf teil.

Am 27.01.2007 haben die Schüler/innen ihre Arbeitsergebnisse in einer einstündigen Sendung des Bürgerfunks von Radio Emscher-Lippe vorgestellt.

Am 04.02.2007 besuchte die AG am Tag der offenen Tür die Synagoge.

Am 08.05.2007 – dem Tag der Kapitulation - wurde die Gedenktafel mit den ausführlichen Informationen über drei jüdische Familien, die an der Bochumer Straße wohnten, am Eingang der Gesamtschule Ückendorf an der Bochumer Straße aufgestellt und eingeweiht.

Am 19.02.2008 wurde die Gedenktafel mit den Namen der 80 jüdischen Kinder und Jugendlichen, die vom Gelsenkirchener Güterbahnhof in die Vernichtungslager deportiert wurden, von der Stadt eingeweiht.

Höhepunkt und Abschluss der fast 3-jährigen Projektarbeit war die Abschlussfahrt der Klasse 10/1 nach Weimar und Buchenwald vom 9.6. bis zum 11.6.2008. Innerhalb des ganztägigen Gedenkstättenbesuches im ehemaligen Konzentrationslager überbrachten die Schüler/innen eine Gedenktafel mit 15 Namen Gelsenkirchener Juden, die in Buchenwald umgekommen sind. Die Tafel wurde im Vorraum des ehemaligen Krematoriums angebracht.

Awine Abrahim, Aylin Bickin, Ahmet Güclü, Burak Uslu, Yasemin Can

Leitung: Frau Anne Rosen